Cloud Computing: Funktion und Vorteile von Cloud-Arten

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Laut einer Studie des Branchenverbandes der deutschen Informations- und Telekommunikationsbranche (Bitkom) nutzen bereits drei von vier Unternehmen eine Cloud. Wir schauen uns an, was Cloud Computing ist und wie es funktioniert.

Was ist eine Cloud?

Cloud oder Cloud Computing bedeutet, dass über das Internet entweder eine Software, Speicherplatz oder Rechenleistungen bereitgestellt werden. Es spielt dabei keine Rolle, wo sich die Nutzer einer Cloud gerade befinden. Die Cloud-Anwendungen und deren Infrastruktur lassen sich mit Programmen oder über den Browser online verwenden. Die beiden Begriffe der Cloud und des Cloud Computing stehen als Synonym für online-basierte IT-Lösungen. Cloud ist lediglich die Kurzform, die sich im Alltag inzwischen etabliert hat.


Blick in die Geschichte der Cloud

Das Wort Cloud existiert bereits seit den 1990er Jahren und stand zunächst für Komponenten einer Informationsarchitektur. Damals sollten vorhandene IT-Ressourcen einer größeren Zahl von Anwendern verfügbar gemacht werden. Allerdings fehlten die technischen Grundlagen wie schnelles und stabiles Internet, um das Prinzip der Cloud-Server erfolgreich zu nutzen. Dies gelang erst mit dem Start des World Wide Web, dem Internet, wie wir es heute kennen.

Ein weiterer Baustein für das Cloud Computing war das neue Konzept einer Multi-Tenant-Software-Architektur. Dabei handelt es sich um eine Software-Instanz, die verschiedene Clients parallel versorgt. Das Gegenstück dazu ist eine Multi-Instanz-Architektur, bei der einzelne Clients getrennt voneinander jeweils auf separate Software oder Hardware zurückgreifen. Diese Architektur ermöglichte es Firmen, über mehrere Browser gleichzeitig Zugriff auf eine Software zu erhalten. Das Prinzip wurde zuerst von der CRM-Software Salesforce verwendet. Der Erfolgsweg der Cloud war danach nicht mehr aufzuhalten. Heute ist so gut wie jeder IT-Service durch Cloud Computing von überall auf der Welt nutzbar.


Wie funktioniert Cloud Computing?

Das Prinzip von Cloud Computing ist einfach erklärt. Dienstleister stellen den Kunden einen Server in Form von virtuellen Rechenzentren bereit. Die Speicherkapazität lässt sich abhängig vom Bedarf beliebig erweitern. Nutzer besitzen jederzeit online Zugriff auf die Cloud und damit auf Daten, Software oder Rechenleistung. Zudem besteht auch die Option, sich mit eigenen Servern ein kleines Rechenzentrum aufzubauen.


Cloud-Arten: Von der Private Cloud bis zur Public-Cloud

Clouds lassen sich auf verschiedene Art und Weise nutzen. Sie unterscheiden sich über zwei Ebenen, den Servicemodellen und den Liefermodellen. Die folgende Liste grenzt Clouds als Servicemodelle voneinander ab:

  • On-Premise
  • Infrastructure as a Service (IaaS)
  • Platform as a Service (PaaS)
  • Software as a Service (SaaS)

Bei der On-Premise-Lösung liegt die Verantwortung über die Funktionalität der Cloud komplett bei den Nutzern. Sie managen dann alles selbst: die Server, den Speicherplatz und das Netzwerk. Die Cloud-Nutzung über Infrastructure as a Service beruht darauf, dass Kunden virtuelle Ressourcen inklusive aller Dienste von Public-Cloud-Anbietern mieten oder leasen. Das Prinzip Platform as a Service umfasst eine Form der Dienstleistung, bei der eine Computer-Plattform für Entwickler in einer Cloud bereitgestellt wird. Als Beispiel lassen sich hier Entwicklungsumgebungen oder Tools zum Programmieren nennen. Software as a Service ist dagegen ein Servicemodell, bei dem sowohl die Software als auch die IT-Infrastruktur von einem externen Dienstleister betrieben werden. Kunden nutzen dieses Angebot lediglich als Dienstleistung.

Clouds lassen sich jedoch auch in Einsatzmodelle oder Liefermodelle einteilen. Dabei können die folgenden Cloud-Varianten zum Einsatz kommen:

  • Private Cloud: Bei einer Private Cloud handelt es sich um eine Cloud-Lösung, bei der das Rechenzentrum im eigenen Unternehmen oder im eigenen Haus steht.
  • Public Cloud: Die Public Cloud umfasst eine IT-Infrastruktur, die für alle Anwender öffentlich zugänglich ist.
  • Hybrid Cloud: Die Hybrid Cloud vereint die Verfahrensweisen der Private Cloud und der Public Cloud.
  • Multi Cloud: Eine Multi Cloud übernimmt das Konzept der Hybrid Cloud und bündelt innerhalb einer IT-Struktur weitere Cloud-Dienste.
  • Community Cloud: Die Community Cloud definiert Cloud Computing als Projekt einer Gemeinschaft. Dabei werden die Kosten in der Gemeinschaft geteilt, etwa in einer Hochschule.
  • Virtual Private Cloud: Bei dieser Cloud-Art greifen Nutzer über eine abgesicherte Verbindung, ein virtuelles privates Netzwerk (VPN) auf eine öffentliche Cloud-Umgebung zu.

Welche Vorteile bietet eine Cloud?

Eine Cloud hat für Nutzer mehrere Vorteile:

  • Flexibilität
  • Effizienz
  • strategischer Nutzen

Skalierbarkeit ist im Hinblick auf die Flexibilität eine der größten Stärken von Cloud Computing. Eine Cloud-Infrastruktur lässt sich flexibel zusammenstellen, erweitern oder verkleinern. Anwender haben bei der Cloud-Variante die freie Wahl. Oft bauen sich Unternehmen einen eigenen Cloud-Server auf und nutzen diesen als On-Premise-Lösung. Das bietet höchste Sicherheit. Basis für die gewünschte IT-Sicherheit ist die Verschlüsselung. Maßgebend sind hier Cloud-Services, die eine sichere Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten. Viele deutsche Cloud-Anbieter arbeiten standardmäßig mit dieser Verschlüsselung. Hinzu kommt, dass Clouds aus Deutschland die strengen Regeln der DSGVO erfüllen und Unternehmen dadurch DSGVO-konform in der Cloud arbeiten können. Ein kleiner Nachteil ist die Verwaltung der Cloud als On-Premise-Lösung. Alle Wartungen und regelmäßige Updates erfolgen durch das Unternehmen selbst.

Unternehmen profitieren darüber hinaus von der Effizienz einer Cloud. Über Web-Apps oder mobile Apps ist der Zugriff ortsunabhängig und jederzeit auf Dateien und Cloud-Anwendungen möglich. Online-Speicher dienen auch als Backup-Lösung für Datenmengen. Bei Problemen mit der Hardware oder Hacker-Angriffen lassen sich so ärgerliche Datenverluste ausschließen oder minimieren.


Cloud-Anbieter im Überblick

Wer bei Google nach dem Begriff Cloud sucht, findet viele Anbieter, die einen sicheren Cloud-Speicher versprechen. Bei der Wahl der passenden Cloud-Plattform ist Vorsicht geboten. Wichtige Kriterien sind der Standort der Server und die Form der Verschlüsselung. Clouds, die den europäischen Datenschutz erfüllen, hosten ihre Dateien in der Europäischen Union. Eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung bietet eine hohe Cloud-Sicherheit und ist besonders für Unternehmen unverzichtbar.

Für den privaten Gebrauch sind besonders kostenlose Cloud-Plattformen wie die iCloud von Apple, die Dropbox oder Google Drive beliebt. Ebenso verfügen Anbieter von E-Mail-Diensten über eigene Cloud-Speicher. Besonders hervorzuheben ist hier die Telekom Cloud, weil sie ausschließlich deutsche Server nutzt, um Dateien zu speichern.

Eine große Plattform für Cloud Computing sind die Amazon Web Services (AWS). Sie gelten weltweit als Marktführer für IaaS (Infrastructure-as-a-Service) und PaaS (Platform-as-a-Service). Bezüglich Sicherheit und Funktionalität finden Unternehmen jedoch auch deutsche Cloud-Anbieter mit einem exzellenten Service. 


Cloud-Speicher im Unternehmen

Eine Cloud bietet Vorzüge für moderne New Work Konzepte, wenn Angestellte remote arbeiten. Sie können dadurch immer auf dieselben Dateien zugreifen, ganz egal, wo sie sich gerade befinden. Die verschiedenen Cloud-Arten erhöhen die flexible und effiziente Zusammenarbeit von Teams und schaffen ein zentrales System für Datenspeicherung und das Management von Dateien. In Zeiten der Digitalisierung in Unternehmen sind Cloud-Server zu einem unverzichtbaren Element im Wettbewerb geworden.

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