Bluetooth-Beacons im Einsatz zum Tracking von Baumaschinen

Otto Heil: Effizient bauen dank Bluetooth-Beacons

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Wie Funktechnologie, Smartphone-App und Cloudanbindung Arbeitsabläufe und Produktivität in der Baubranche verbessern.

Die Arbeiten auf der Baustelle von Otto Heil sind in den vergangenen Wochen gut vorangegangen und so konnte das Unternehmen den Bau des großen Verwaltungsgebäudes fristgemäß abschließen. Als die Mitarbeiter die Baustelle räumen, gibt es wie erwartet keine unangenehmen Überraschungen: Alle Geräte und Maschinen, die sich auf dem Gelände befinden sollen, sind auch vorhanden. Möglich ist dies dank der neuen IoT-Lösung, die Telekom und Otto Heil eingeführt haben. Der Bauunternehmer stattet seine Maschinen und Güter wie Schaltafeln mit Bluetooth-Beacons aus, die in regelmäßigen Abständen ihre Position an die Smartphones der Angestellten in der Nähe übermitteln. Eine von Telekom und ihrem Partner, dem Software-Spezialisten Syfit entwickelte App erfasst die Signale und zeigt die Standorte der Beacons auf einer Karte an. Dank Cloudanbindung funktioniert das Tracking sogar über mehrere Baustellen hinweg. Früher mussten die Mitarbeiter bei Baustellenräumungen fast immer Gerätschaften als vermisst melden – weil sie undokumentiert zu einer anderen Baustelle transportiert oder auch gestohlen worden waren. Heute hat Otto Heil seinen gesamten Bestand immerzu im Blick und kann seine Ressourcen optimal einsetzen.

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Abgesehen von der gewonnenen Transparenz ermöglicht das System auch schlankere Arbeitsprozesse. Wenn die Poliere zuvor beispielsweise Maschinen von einer Baustelle zur anderen oder in die Werkstatt bewegen wollten, mussten sie handschriftliche Lieferscheine ausfüllen. Das war nicht nur aufwendig, oft kam es auch zu Fehlern oder die Zettel gingen während eines Transportes verloren. Die Teams auf den Baustellen von Otto Heil schätzen die digitale IoT-Technik daher sehr: „Durch die neue Lösung fällt erheblicher Verwaltungsaufwand weg. Das Feedback ist äußerst positiv“, sagt Marco Wunderlich, IT-Leiter bei Otto Heil. Doch was, wenn sich die Baugeräte an einem Ort befinden, wo sich die Poliere von der Baustelle mit ihren Smartphones selten oder gar nicht aufhalten – zum Beispiel in einer Werkstatt? Um die Bluetooth-Beacons auch hier zu tracken, installierte die Telekom stationäre Hubs. Sie erfassen die Funksignale, übertragen sie über eine Netzwerkanbindung, via WLAN oder beispielsweise LTE, und übermitteln so die Standorte der Beacons an die Cloud.

Exakte Abrechnung und optimale Nutzung von Ressourcen

Nicht nur den Polieren, auch dem Unternehmen bietet das digitale System Vorzüge. Weil die Standorte der Güter in der Vergangenheit nicht immer bekannt waren, konnte Otto Heil Nutzungszeiträume nur unzureichend abrechnen. Die neue Lösung ist direkt mit dem ERP der Firma verknüpft und ermöglicht dank der exakten Positionsdaten eine transparente sowie exakte Abrechnung. Über ein Cloud-Portal kann das Unternehmen zudem sämtliche Beacons zentral verwalten, was die Inventarisierung erleichtert. Nicht zuletzt spart Otto Heil auch Kosten, weil es vorhandene Ressourcen optimal nutzen kann. Zuvor beschaffte die Firma zuweilen unnötige Geräte, da die Poliere nicht wussten, dass die benötigten Maschinen etwa auf einer nahegelegenen Baustelle zur Verfügung standen.

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Individuelles und erweiterbares System

Die gesamte Lösung ist exakt auf die Bedürfnisse von Otto Heil zugeschnitten. Die Bluetooth-Beacons stellt die Telekom dem Bauunternehmen in verschiedenen Größen zur Verfügung, damit es kleine Maschinen ebenso wie große Schaltafeln ausstatten kann. Die Batterien halten dabei mehrere Jahre – auch darauf legte Otto Heil Wert: „Die lange Batterielaufzeit ist wichtig, um den Wartungsaufwand zu minimieren“, sagt IT-Leiter Wunderlich. Eine Erfassung der Objekte mithilfe von Barcodes wäre zwar möglich gewesen, kam jedoch nicht infrage. Dies liegt an den rauen Bedingungen auf den Baustellen: Strichcodes können leicht verdrecken und lassen sich dann nicht mehr scannen. Die Bluetooth-Beacons hingegen sind wetterfest und IP69k-zertifiziert. Sie funktionieren selbst im verdreckten Zustand einwandfrei. Automatisierte Abläufe wären mit Barcodes ebenfalls nicht möglich gewesen. Während des Roll-outs kam bei Otto Heil schließlich noch der Bedarf auf, selbst kleinste und kostengünstige Gerätschaften im System erfassen zu können, bei denen sich der Einsatz von Beacons aus wirtschaftlicher Sicht nicht lohnt. Daraufhin erweiterte die Telekom die Lösung kurzerhand um NFC-Tags, die die Poliere ebenfalls einfach mit ihrem Smartphone scannen können.

Und noch einen Vorteil bedeutet der Einsatz moderner Technologie für Otto Heil: Er hilft dem Betrieb dabei, sich als innovativer Arbeitgeber in der Branche zu positionieren. Denn noch hat das Baugewerbe mit einem angestaubten Image zu kämpfen. „Wir möchten digitaler Vorreiter sein und unser Unternehmen attraktiver für Nachwuchs- und Fachkräfte machen“, sagt Wunderlich. Mit der Lösung der Telekom kommt Otto Heil diesem strategischen Ziel einen entscheidenden Schritt näher.

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KUNDENSTECKBRIEF OTTO HEIL

Name: Otto Heil Hoch- Tief- Ingenieurbau u. Umwelttechnik GmbH & Co KG

Gründung: 1907

Hauptsitz: Oerlenbach

Mitarbeiter: 350

DEUTSCHE TELEKOM UND OTTO HEIL

Die Aufgabe:

Otto Heil fehlte der genaue Überblick über die Maschinen und Geräte auf seinen Baustellen. Das Schreiben von Lieferzetteln war zeitaufwendig. Der Betrieb nutzte Ressourcen nicht optimal, was zusätzliche Kosten verursachte. Mietzeiten konnte Otto Heil nicht genau abrechnen.

Die Lösung:

Bluetooth-Beacons an den Gütern senden ihre Position automatisch an die Smartphones der Poliere. Über eine App können die Mitarbeiter die Standorte über alle Baustellen hinweg einsehen. Zusätzliche NFC-Tags erlauben die einfache Inventarisierung kleinster Geräte. Die ERP-Anbindung ermöglicht die exakte Abrechnung von Nutzungszeiträumen.

Die Vorteile:

Das automatisierte System entlastet die Mitarbeiter, verbessert die Kommunikation auf und zwischen den Baustellen und steigert die Effizienz. Die Firma kann Gerät und Material ideal nutzen und spart Kosten. Gegenüber Nachwuchs- und Fachkräften positioniert sie sich als attraktiver, innovativer Arbeitgeber.


Bautradition seit mehr als 110 Jahren

Nach seiner Gründung 1907 in Bad Kissingen hat sich Otto Heil heute zu einem deutschlandweit tätigen Bauunternehmen entwickelt. Insgesamt beschäftigt der Betrieb mehr als 300 Angestellte und hat sich auf Hoch-, Tief- und Ingenieurbau sowie auf Umwelttechnik spezialisiert. Ab 2015 weitete Otto Heil seine Tätigkeiten auf Immobilien aus. Damit steht das Unternehmen seinen Kunden nicht nur bei Bauvorhaben zur Seite, sondern ist auch Ansprechpartner für Investoren und Mieter.

Homepage von Otto Heil

Bluetooth-Beacons und darüber hinaus: Smarte Technologien für beste Vernetzung

Bluetooth-Beacons der Telekom sind nicht nur in der Lage, Otto Heil beim Tracking seiner Ressourcen zu helfen. Sie könnten in Zukunft etwa auch in Veranstaltungshallen oder Sportstadien zum Einsatz kommen und den Besuchern helfen, den Weg zu ihrem Sitzplatz, zum Getränkestand oder zum Ausgang zu finden. Doch es gibt noch weitere Technologien, mit der die Telekom intelligente und vernetzte Prozesse ermöglicht. Barcodes beziehungsweise QR-Codes und NFC ermöglichen die schnelle, unkomplizierte Erfassung von Produkten, zum Beispiel in Lagerhallen oder im Handel. GPS-Tracker, mit denen Logistikunternehmen ihre Güter ausstatten, machen Waren nachverfolgbar und Lieferketten transparent. Auf diese und weitere Arten ermöglichen die Lösungen der Telekom Unternehmen aus den verschiedensten Branchen, erfolgreich in eine vernetzte Zukunft zu starten.

St. Augustinus Gruppe: Sichere Kommunikation über Messenger-App