Digitalisierungsindex der Telekom | Baugewerbe

Digitalisierungsindex im Baugewerbe: Kontinuierliche Fortschritte

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Das Baugewerbe wird digitaler: Vor allem die Kundenkommunikation hat bereits stark von den bisherigen Maßnahmen profitiert, die Investitionsbereitschaft in der Branche ist nach wie vor hoch. Zu diesem Ergebnis kommt die Telekom Studie „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“.

Seit rund 170 Jahren steht das kleine Haus am Rande eines Waldes in der Nähe von Essen, umgeben von stattlichen Nadel- und Laubbäumen. Von außen versprüht der 2018 umgebaute und sanierte Bruchsteinbau mit seinem ockerfarbenen Mauerwerk einen herrlich-nostalgischen Charme. Das Innere gefällt mit einer Mischung aus modernem Mobiliar, lichtdurchfluteten Räumen und rustikalen Elementen wie zahlreichen, in passendem Weiß lackierten Holzbalken.

Wenn Anika Müller einen Blick auf das von ihr modernisierte Haus werfen will, muss sie nur ihr Smartphone zücken und auf ihre Website gehen. Dort findet die auf Sanierung von Altbauten spezialisierte Architektin, Gründerin und Inhaberin von AM – Architekturbüro Anika Müller, Informationen und zahlreiche Fotos zu dem von ihr betreuten Objekt. Für die Gestaltung ihres Internetauftritts greift sie seit jeher auf den Homepage-Designer der Telekom zurück. Die Website kombiniert intuitive Bedienung mit vielen professionellen Features: Dank responsivem Webdesign werden Seiten auch auf Smartphones optimal dargestellt, SEO-Maßnahmen wie die Ausstattung der Texte mit der notwendigen Keyword-Dichte sorgen für eine gute Auffindbarkeit bei Google und Co. Eine moderne Homepage ist für Anika Müller so etwas wie eine digitale Visitenkarte und ein unverzichtbares Tool zur Kundenkommunikation – schließlich informieren sich viele potenzielle Auftraggeber wie Bauherren mittlerweile im Internet.

Grafik: Einsatz digitaler Tools im Baugewerbe

Virtuelle Raumbegehungen und individuelle Kundenbetreuung

Wie Anika Müller setzen auch zahlreiche andere Unternehmen aus der Baubranche inzwischen auf mehr digitale Maßnahmen bei der Kundenansprache. Fast jeder fünfte Betrieb nutzt beispielsweise Tools zur Indoor-Digitalisierung. Damit können Kunden Immobilien und deren Räumlichkeiten auch dann bis ins Detail betrachten, wenn sie nicht vor Ort sein können. Aber auch aufwendige Vor-Ort-Termine lassen sich so ideal vorbereiten.

„Für den Erfolg der Bauunternehmen wird es immer wichtiger, auf die individuellen Wünsche der Kunden mit digitalen Tools einzugehen”, sagt Thomas Spreitzer von Telekom Deutschland, verantwortlich für Vertrieb Kleine und Mittlere Unternehmen, Partnervertrieb und Marketing. „Die Befragung zeigt, dass die Baubranche den Nachholbedarf bei der Digitalisierung zumindest erkannt hat.” Laut „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ verbesserte die Branche denn auch ihren Wert bei den Kundenbeziehungen im Vergleich zum Vorjahr um einen Zähler auf einen Indexwert von 51.

Software als Schutz gegen Fehlinvestitionen

Insgesamt blieb der Digitalisierungsgrad im Baugewerbe seit der letzten Studie vor einem Jahr unverändert bei 52 von 100 Punkten; der Branchendurchschnitt liegt aktuell bei 58. Auch der Anteil der Unternehmen, die die Digitalisierung fest in ihre Geschäftsstrategie integriert haben, liegt unter dem Mittel: 38 gegenüber 53 Prozent. Immerhin vier von zehn Betrieben realisieren vereinzelt digitale Projekte.

Schon knapp jedes dritte Unternehmen (31 Prozent) nutzt inzwischen etwa das digitale Bautagebuch. Darin halten die Firmen nahezu alle Daten zu einem Bau- oder Sanierungsvorhaben fest, etwa Informationen zu Planung, Baufortschritt und Mängelanzeigen. 15 Prozent der befragten Unternehmen setzen bereits auf Building Information Modeling (BIM). Dieses Modul zur Planung und Steuerung ermöglicht das digitale Erfassen, Kombinieren und Vernetzen sämtlicher wichtiger Gebäudedaten. Auf diese Weise lassen sich noch vor dem eigentlichen Baubeginn virtuelle Simulationen erstellen, die Fehlplanungen und mögliche Mehrkosten erkennen und vermeiden helfen.

Digital durch die Krise

Solche Entwicklungen sind für Branchen wie das Baugewerbe eine große Hilfe, gerade in Zeiten von Corona. Allerdings sind die Auswirkungen hier weniger stark zu spüren als in anderen Branchen. Die Digitalisierung erhielt jedoch ebenfalls einen deutlichen Schub: Fast die Hälfte der befragten Firmen hat Geschäftsmodelle, Angebote und Produkte während der Pandemie überarbeitet. 53 Prozent ermöglichten laut „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ vermehrt mobiles Arbeiten, insbesondere in Bereichen wie Administration und Planung, für die eine Anwesenheit auf der Baustelle nicht erforderlich ist.

Zu den Unternehmen, die mithilfe der Telekom und ihrem Partner voicecon einen wichtigen Schritt in Richtung Digitalisierung gegangen sind, gehört auch die Frankonia Eurobau AG. Der international tätige Immobiliendienstleister erhielt unter anderem eine zentralisierte IT-Infrastruktur, Cloud-Telefonie sowie einen schnellen, stabilen Internetanschluss. Durch die so geschaffene leistungsstarke Vernetzung ist Corona-bedingtes Homeoffice problemlos möglich.

Grafik: Investitionstätigkeit im Baugewerbe

In die Zukunft investieren

Dass sich Investitionen in die digitale Transformation auch im Baugewerbe lohnen, zeigt ein Blick auf die Digital Leader: Sie kamen deutlich besser durch die Corona-Krise als weniger digitalisierte Betriebe. 79 Prozent der Unternehmen, die schon vorher moderne Strukturen aufgebaut hatten, berichten, sich trotz Pandemie behaupten zu können. Ebenfalls beachtlich: Von den stark digitalisierten Betrieben konnte sich nahezu jeder rasch und individuell auf die neue Situation einstellen, während dies branchenweit nur auf 39 Prozent zutraf.

Die meisten Firmen können und wollen ihre Digitalisierung 2021 weiter vorantreiben. Nur etwa zwölf Prozent müssen entsprechende Investitionen wegen des Coronavirus zurückfahren. Wer kann, baut aus: Fast jedes fünfte befragte Unternehmen plant, mehr als bisher in digitale Projekte zu investieren. 

Studienergebnisse und Self-Check

Zum fünften Mal ermittelte techconsult im Auftrag der Deutschen Telekom den digitalen Status quo mittelständischer Unternehmen. Dazu befragte der Analyst im Sommer 2020 rund 2.000 mittelständische Unternehmen aus verschiedenen Branchen. Neben der Beschreibung der Fortschritte der Digitalisierung in den Bereichen:

  • Beziehung zu Kunden
  • Produktivität im Unternehmen
  • Digitale Geschäftsmodelle
  • IT-Sicherheit und Datenschutz

hebt der „Digitalisierungsindex Mittelstand 2020/2021“ die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Digitalisierungsgrad hervor. Die Analysten haben die Befragungsergebnisse auch branchenspezifisch ausgewertet. Die einzelnen Studien stehen auf www.digitalisierungsindex.de neben der Gesamtstudie als Download zur Verfügung.

Unternehmen, die den eigenen digitalen Status quo ermitteln wollen, können ihn im Online-Self-Check kostenlos in kurzer Zeit ermitteln.

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