IoT-Telematik-Boxen im Einsatz zur Baumaschinenortung

Sharemac: Effizientes Baustellenmanagement

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Wie ein findiges Start-up gemeinsam mit der Telekom eine revolutionäre Geschäftsidee für das Baustellen- und Baumaschinenmanagement entwickelte.

Oft kommen die besten Ideen unverhofft. So auch die zu Sharemac: Im Rahmen eines Uni-Projektes unterhielten sich die Bremer Studenten Rezi Chikviladze und Manuel Kimanov mit ihrem Professor Sven Voelpel darüber, wie praktisch es wäre, wenn Bauunternehmen ihre Maschinen und Fahrzeuge untereinander verleihen und generell einen besseren Überblick über die aktuellen Projekte und Maschinenauslastung bekommen könnten. Nachdem sie bei einigen Unternehmen nachgefragt und herausgefunden hatten, dass für diesen Einfall tatsächlich ein Markt besteht, riefen die drei Gründer auf der hanseBau 2019 Sharemac ins Leben. Für das Vorhaben musste allerdings ein Partner her, der für die Vernetzung der mit Telematik-Boxen ausgestatteten Maschinen sorgen konnte. Nachdem die Studenten einen Workshop der Telekom zum Thema Internet of Things (IoT) besucht hatten, waren die Konnektivitätsspezialisten sofort die erste Wahl.

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SAM: Wo ist der Bagger?

Die deutsche Baumaschinenindustrie erwirtschaftete auch im Pandemiejahr 2020 mit der Herstellung von Baggern, Kränen und Schaufelbohrern einen Jahresumsatz von 12,2 Milliarden Euro. Dass dieser im Vorjahr noch 2,5 Milliarden Euro höher lag, könnte unter anderem aber auch ein Zeichen dafür sein, dass sich Geschäftsmodelle wie die von Sharemac durchsetzen: Mit der Idee von Sharemac werden Baumaschinen besser ausgelastet und Bauunternehmen damit effizienter. Baumaschinen werden mit IoT-Geräten ausgestattet, sodass in der Software SAM (Smart Asset Manager) jede im Bauprozess beteiligte Person immer den genauen Überblick über den eigenen Fuhrpark, laufende Projekte und Maschinen hat. Dabei setzt Sharemac bei allem Datenschutz auf absolute Transparenz hinsichtlich der Geräte und Maschinen.

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Telematik-Boxen machen Baumaschinen IoT-fähig

Im ersten Schritt installierte das Start-up IoT-Telematik-Boxen in den Maschinen und Fahrzeugen der teilnehmenden Betriebe. Nun ließen sich die Geräte einfach lokalisieren. Aber Sharemac wollte über die Baumaschinenortung hinaus noch mehr Daten gewinnen: zum Beispiel Informationen zu Zustand, Batterie, Betriebsstunden, Wartungsbedarf etc. Diese sollten sich direkt an die Software SAM übertragen lassen, damit die Kunden stets einen aktuellen Überblick über die Bestände erhalten. Um die anfallenden Maschinendaten an SAM zu übermitteln, musste eine Netzwerktechnologie her, die den Anforderungen gerecht werden konnte. Die Telekom riet daher zum Übertragungsstandard LTE-M.

LTE-M verbindet Dinge mit dem Internet

LTE-M steht für „Long Term Evolution for Machines”. Im Maschinennetz der Telekom verbindet die Mobilfunktechnologie physische Geräte mit dem Internet. Sie ist auf die energiesparende Übertragung kleiner bis mittelgroßer Datenpakete ausgelegt und eignet sich perfekt für die bei Sharemac anfallenden Maschinendaten. Für deren Gewinnung setzt das Bremer Unternehmen verschiedene Telematik-Boxen ein, die entsprechend der Anforderungen des Geräts konzipiert sind: kleine Lösungen für Bohrmaschinen, etwas größere und stabilere für schwere Ketten und ähnlich große Gerätschaften. Alle lassen sich sehr einfach     installieren und senden u.a. über QR-Codes, NFC-Tags oder RFID Informationen an die SAM-App.

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Wer baggert da so spät noch am Baggerloch?

Dass das Bodo mit dem Bagger ist, verrät die App SAM den Kunden in Echtzeit: Die Software zeigt nicht nur, wo Baugeräte aktuell im Einsatz sind, sondern bildet die komplette Baustellendokumentation ab. In einer Kartenübersicht können die Bauunternehmen sehen, welche Maschine wo steht, wie hoch die Auslastung ist und wann das nächste Projekt ansteht. Von der Maschinenanfrage über die Einsicht ins Fahrtenbuch bis zur automatisierten Kostenstellenabrechnung kann jeder Vorgang bequem übers Smartphone oder das Tablet abgewickelt werden. Das Live-GPS-Tracking der Maschinen verläuft komplett herstellerunabhängig. Die Idee der Gründer kommt so gut an, dass sich inzwischen nicht nur regionale Bauunternehmen und Vermieter für die Lösungen von Sharemac entscheiden, sondern auch große Konzerne wie beispielsweise STRABAG. Das zeigt das Potenzial von SAM im Zusammenspiel mit den IoT-Lösungen von der Deutschen Telekom und welchen Mehrwert diese für die gesamte Baubranche bieten.


KUNDENSTECKBRIEF SHAREMAC

Name: Sharemac

Gründung: 2018

Hauptsitz: Bremen

Mitarbeiter: 30

DEUTSCHE TELEKOM UND SHAREMAC

Die Aufgabe:

Viele Baumaschinen stehen ungenutzt auf Baustellen oder in Lagerhallen herum, obwohl sie um die Ecke vielleicht zum Einsatz kommen könnten. Um dies zu ändern und Bauunternehmen zu ermöglichen, die Geräte und Maschinen im eigenen Fuhrpark effizienter zu nutzen, entwickelt Sharemac Trackingmodule, mit denen sich die Maschinen lokalisieren lassen. Was nun noch fehlte, war eine Möglichkeit, die Module zu vernetzen und der Baumaschinenortung weitere Informationen hinzuzufügen.

Die Lösung:

Die Telekom stattete die Sharemac-Telematik-Boxen mit LTE-M-SIM-Karten aus und unterstützte das Start-up bei Konfiguration und Programmierung. Neben dem Standort der Maschinen erfassen die Module auch Parameter wie Betriebsdauer, Batteriestand oder Leerlauf und bilden diese über eine Management-Plattform ab.

Die Vorteile:

Die Sharemac-Software SAM (Smart Asset Manager) ermöglicht es den Bauunternehmen, ihre Geräte zu lokalisieren und den gesamten Bauprozess zu überwachen. Neben einer Vielzahl von Maschinendaten ist auch ein Diebstahlalarm durch GPS-Geofence möglich. Die App SAM gibt den Bauunternehmen Auskunft über Standort, Entfernung und mehr und eignet sich für die Baustellendokumentation.


LTE-M: Der Standard für Maschinenkommunikation

Der Technologie-Standard für das Internet of Things (IoT) ist seit 2020 in Deutschland verfügbar. Dank geringer Latenzzeiten, eines niedrigen Energieverbrauchs und einer hohen Gebäudedurchdringung lassen sich zahlreiche IoT-Szenarien damit realisieren – zum Beispiel Alarmierungen über smarte Funkrauchmelder oder automatische kommerzielle Wasser- und Gaszähler. LTE-M ist 5G-tauglich und eignet sich für Anwendungsfälle in Bereichen wie Smart City, Smart Tracking, E-Health oder Wearables.

Die LTE-M-Technologie der Telekom steht dank Roaming-Vereinbarungen auch über die Grenzen hinweg zur Verfügung und lässt sich auch in Frankreich und Belgien nutzen.

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