DIGITAL CHAMPIONS AWARD

Das sind die digitalen Vorreiter Deutschlands

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Die Digitalisierung transformiert nicht nur die Gesellschaft. Auch die Unternehmen nutzen die Technologien für innovative Produkte und neue Dienstleistungen. Sie beweisen immer mehr Mut zur Veränderung. Dafür wurden die Besten von ihnen jetzt mit dem Digital Champions Award ausgezeichnet.

Die Rechtsberatung gilt nicht gerade als innovationsfreudige Branche, so jedenfalls die landläufige Meinung. Dass die Digitalisierung immer öfter nicht nur alte Geschäftsmodelle, sondern auch Vorurteile einfach hinwegfegt, hat die Noerr Partnerschafts gesellschaft bewiesen. Die internationale Wirtschaftskanzlei mit Münchner Wurzeln hat sich radikal in Richtung Digitalisierung gedreht – und wurde dafür auf der DIGITAL X 2021 belohnt. Noerr wurde in der Kategorie Digitale Transformation Mittelstand mit dem Digital Champions Award (DCA) ausgezeichnet. Damit würdigen die WirtschaftsWoche und die Telekom Deutschland besonders gute Lösungen und inspirierende Ideen für die Digitalisierung. In vorgeschaltetem Wettbewerb durchlaufen alle Bewerberunternehmen einen mehrstufigen, durch die Universität St. Gallen begleiteten Auswahlprozess samt intensiver Jurysitzung.

Noerr: Digitalisierung ist mehr als nur gute IT

Bei Noerr begeisterte die Jury vor allem die Geschwindigkeit, mit der man die digitale Transformation umsetzte. Gestartet Anfang 2019, war die Neuausrichtung im Frühjahr 2020 schon so weit fortgeschritten, dass das Unternehmen sofort auf den Corona-Lockdown reagieren konnte: Für Christian Ammer, CIO bei Noerr, ist der DCA der Beweis, „dass das, was wir gemacht haben, als gut und außergewöhnlich empfunden wird. Das ist alles andere als selbstverständlich, denn es ist ja eben keine Raketenwissenschaft“.

Gezündet haben die Maßnahmen dennoch. Die IT-Prozesse im gesamten Unternehmen wurden überarbeitet und vereinheitlicht. Noerr verstärkte sich personell und baute eine neue Einheit auf, in der sämtliche digitalen Aktivitäten gebündelt sind. Über 50 rechnerische Vollzeitstellen kümmern sich dort unter anderem um den IT-Support der mehr als 550 Fachkräfte weltweit oder rollen im eigenen Digital Innovation Hub neue Branchen-Technologien über die gesamte Organisation aus. Die veralteten Rechenzentren wurden durch moderne Cloud-Services ersetzt. Jetzt profitiert die Kanzlei von einem besseren Workflow, einem höheren Automatisierungsgrad bei einfachen Prozessen sowie mehr kollaborativem Arbeiten über Standorte hinweg.

LAMILUX: Digitale Planung statt Stift und Papier

Der Preis für das beste digitale Kundenerlebnis ging in diesem Jahr an LAMILUX, einen Hersteller von Tageslichtsystemen. Johanna Strunz, Managing Director, freut sich sehr über den Award: „Er zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Das mittelständische Familienunternehmen aus Rehau bereichert die vernetzte Planungsmethode Building Information Modelling (BIM) mit einem neuen Tool für Architekten und Dachdecker. Der LAMILUX-Produktkonfigurator ermöglicht es, selbst Tageslichtsysteme, etwa ein Oberlicht, nach individuellen Bedürfnissen zu gestalten. Das Besondere daran: Der Konfigurator lässt sich als Plug-in in der eigenen Planungssoftware nutzen.

Ein selbsterklärender und dynamischer Dialog führt den Nutzer durch die Konfiguration. Ein Live-3D-Viewer zeigt parallel, wie das Ganze später aussehen wird. Am Ende erstellt das Tool automatisch das korrekte Produktblatt mit allen Daten, die für Handwerk und Dokumentation relevant sind. Der Vorteil besteht laut LAMILUX in einer „deutlichen Zeitersparnis in der Design- und Planungsphase, die Kapazitäten freimacht für andere Arbeitsschritte, innovatives Denken und kreatives Gestalten“.

J. Wagner: Schutz für die wichtigste aller Oberflächen

In der Kategorie Digitale Produkte & Dienstleistungen gewann die J. Wagner GmbH. Das Unternehmen vom Bodensee ist mit dem Wettbewerb bereits bestens vertraut. 2019 gewann der Weltmarktführer bei Beschichtungen von Oberflächen den DCA in der Region Southwest – mit dem gleichen Produkt, das nach weiterer Entwicklung nun den nationalen Sieg in der Kategorie einfuhr. 

Dabei handelt es sich um IONIQ ONE, einen weltweit einzigartigen Sprayer, der die natürliche Anziehung der Haut nutzt, um Hautpflege- und Sonnenschutzprodukte in einer perfekten Beschichtung auf den Körper aufzutragen. 

Entwickelt und vermarktet wird das Produkt vom mit Wagner eng verbundenen Corporate-Start-up IONIQ Skincare. Auch der gesundheitliche Nutzen des Sprayers überzeugte die Jury. Denn in Verbindung mit den selbst entwickelten Sonnenschutzprodukten schützt IONIQ ONE besser vor schädlicher UV-Strahlung und damit vor Hautalterung, Sonnenbrand und Hautkrebs. Entsprechend glücklich reagierte Philipp Groß, Co-Founder von IONIQ: „Die Auszeichnung ist ein weiterer Beweis für unsere gute Arbeit, auf die das gesamte Unternehmen Wagner stolz sein kann.“

Schwan: Ruckzuck den Kundenwunsch erfüllen

Über die Trophäe in der Kategorie Digitale Prozesse & Organisation freute sich Schwan Cosmetics International. Die Organisation stellt zum Beispiel Eyeliner und Lippenstift für alle Kosmetikmarken her. Das nun in Köln prämierte Projekt digitalisiert die sogenannte Kosmetikfarbbemusterung, also die Auswahl der richtigen Farbe eines Produkts. Dieser Schritt in der Produktentwicklung ist normalerweise sehr zeitaufwendig. Denn bis geklärt ist, was der Kunde etwa unter Blutrot oder Himmelblau versteht, vergehen im Schnitt zwölf Tage.

Um schneller und effizienter zu werden, haben die Mittelfranken die über 12.000 verfügbaren Farben digitalisiert und in einer Web-Anwendung verfügbar gemacht. Mit dem „Color Visualizer“ können der eigene Vertrieb, aber auch die Kunden, die digitalisierten Farben sehen, mit Referenzen vergleichen und direkt bestellen. Jetzt ist die Farbbemusterung innerhalb von maximal zwei Tagen erledigt. Das spart Schwan Cosmetics nicht nur Geld, sondern macht auch kleinere Kosmetikchargen profitabel.

Für Alexander Sarkissian, Head of Digital Initiatives bei Schwan Cosmetics, ist der DCA sowohl Ehre als auch Argument für die Digitalisierung: „Denn gerade bei Innovation hat man oft kritische Stimmen im Unternehmen. Der Blick von außen ist sehr wertvoll.“

Hailo: Sprosse für Sprosse bis nach ganz oben

In der Kategorie Best Regional Champion überzeugte die Hailo-Werk Rudolf Loh GmbH & Co. KG die Jury. Der vor allem für Leitern und Mülleimer bekannte Mittelständler aus Haiger in Hessen wurde für die digitale Neuausrichtung der Marke Hailo ausgezeichnet. Dafür schaffte das Unternehmen zunächst eine Digital Unit, die für die neue Digitalstrategie und die Auswahl passender Partner zuständig ist. Auf einer neuen Website samt Onlineshop wurden die verschiedenen Geschäftsbereiche von Hailo zusammengezogen und im Netz erstmals gemeinsam sichtbar gemacht. Dank eines neuen Datenmanagements lernt das Unternehmen nun viel mehr über seine Kunden. Werbung und Marketing lassen sich jetzt zielgenauer steuern und verbessern. Mit Erfolg: Die Online-Umsätze haben sich mehr als verdoppelt.

Wie so viele digitale Transformationen war auch diese kein Selbstläufer: Daniela Grumbach, Head of Hailo Digital Unit: „Wir haben sehr hart gearbeitet und die Neuausrichtung in kürzester Zeit durchgezogen. Diesen Preis tragen wir mit Stolz nach Hause.“

 

St. Augustinus Gruppe: Sichere Kommunikation über Messenger-App