HOMEOFFICE: STRESSFREI VON ZUHAUSE ARBEITEN

Stressfrei im Homeoffice: Was Firmen tun können

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Das Coronavirus schickt Deutschlands Büroarbeiter nach Hause. Dort sollen sie produktiv sein, doch in der neuen Lage sind oft nur eines: gestresst. Was Mitarbeiter und Chefs tun können, um die Umstellung zu erleichtern.

Es klingt so entspannt, kann aber schnell zur Belastung werden: Der neue Alltag im Homeoffice ist für viele eine Herausforderung. Unzählige Menschen zwingt die Coronakrise dazu, plötzlich von zu Hause zu arbeiten. Laut einer Anfang April veröffentlichten Umfrage des IT-Branchenverbands Bitkom empfehlen neun von zehn Unternehmen der Digitalwirtschaft ihren Mitarbeitern das Arbeiten von zu Hause aus. Zwei Drittel haben die Heimarbeit sogar angeordnet.

Wenn die Arbeit plötzlich dauerhaft zuhause wohnt, steigt das Stresslevel: Nicht nur wegen der unsicheren Lage, auch die räumliche Beengtheit kann problematisch sein. Denn ein separates Arbeitszimmer, um sich beispielsweise mal von den zu Hause lernenden Kindern zurückzuziehen, hat nicht jeder. Und wer allein wohnt, dem kann schnell sprichwörtlich die Decke auf den Kopf fallen. Psychotherapeutin Christine Bauer-Jelinek sieht deshalb aktuell auch die Arbeitgeber in der Pflicht, einen Schritt auf ihre Mitarbeiter zuzugehen und neue Abläufe zu unterstützen.

Ihre erste Empfehlung für Angestellte im Homeoffice lautet: So viel rausgehen wie möglich. Auch wenn das bedeutet, dass für eine halbe Stunde mal keine Mails oder Anrufe beantwortet werden können, weil der Mitarbeiter gerade einen Spaziergang macht. Anders als im Büro sollten die ständige Präsenz und Erreichbarkeit des Arbeitnehmers neu gewichtet werden. „In diesen Zeiten müssen Führungskräfte weg von Arbeitszeit- und hin zur Ergebniskontrolle. Die Menschen müssen ihren Tag ja zwangsläufig anders strukturieren. Auch wie die Leistung der Mitarbeiter gemessen wird, muss den Umständen entsprechend relativiert werden“, sagt Bauer-Jelinek.

Was ist im Homeoffice erlaubt, Anzug oder Jogginghose?

Denn die Situation ist keine einfache. „Die meisten Menschen waren in ihrem normalen Alltag schon in hohem Maße stressbelastet – sei es durch konkrete Sorgen, die Arbeit oder durch den eigenen Lebensstil. Jetzt kommt die Coronakrise als akuter Stress zu diesem Dauerstress hinzu“, sagt die Psychotherapeutin. Die Menschen empfänden wegen der Ausbreitung des Coronavirus neben Angst zunehmend Gefühle wie Ohnmacht und Wut, über die aber kaum gesprochen werde. Darauf reagiert der Körper, indem er Stresshormone ausschüttet – und spätestens jetzt kommt der Waldspaziergang wieder ins Spiel. „Adrenalin wird durch Bewegung abgebaut. Ob Sie joggen, mit dem Fahrrad fahren oder spazieren: Sie können Ihrem Körper keinen größeren Gefallen tun“, sagt Bauer-Jelinek.

Dennoch gilt natürlich auch im Homeoffice: Arbeitszeit ist Arbeitszeit. Damit diese sich auch danach anfühlt, ist es wichtig, dem Tag eine Struktur zu geben. Arbeitsbeginn, Pausen und der Feierabend sollten deshalb klar definiert werden. Welche Arbeitskleidung gewählt wird, ist dagegen laut dem Kölner Karrierecoach Bernd Slaghuis eine Typfrage: Der eine braucht sein Büro-Outfit, der andere genießt die Freiheiten der Jogginghose. Wichtig sei auch, die Hausarbeit nicht als willkommene Gelegenheit zur Ablenkung zu verstehen.

Und dann wäre da noch die Belastung der Mitarbeiter durch fehlende Kontakte zu Freunden und Kollegen. „Der Mensch braucht Gesellschaft. Das liegt in seiner Natur. Wenn das soziale Miteinander eingeschränkt wird, müssen wir Wege suchen, uns dennoch mit anderen Menschen zu verbinden. Telefonieren Sie, nutzen Sie Videochats! Sprechen Sie mit anderen über Ihre Sorgen. Nehmen Sie Beratungsangebote wahr. Das kann Ihre Mitarbeiter-Hotline sein oder auch die Telefonseelsorge“, rät Christine Bauer-Jelinek. Damit das Homeoffice eine Chance für einen alternativen Berufsalltag wird – und kein Lackmustest für die eigene Psyche.

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