BEULCO – DIGITALE TRANSFORMATION IM MITTELSTAND

Vom einfachen Anbieter für Wasserzähler und -Verteiler zum DCA-Gewinner

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Digitale Innovation muss nicht zwangsläufig das Unternehmen verändern. Sie kann auch eine neue Firma hervorbringen – als Corporate Start-up. Was dabei zu beachten ist, erklärte Julia Everbeck am Rande der DIGITAL X 2019.

Wenn von der DIGITAL X 2019 eine Erkenntnis geblieben ist, dann diese: Der Mittelstand hat im Jahr 2019 die Herausforderungen der digitalen Transformation angenommen. Immer öfter suchen traditionelle „analoge“ Betriebe neue digitale Wege – und finden sie auch. Bestes Beispiel ist die Firma Beulco aus dem sauerländischen Attendorn. Vom reinen Hersteller von Messing-Bauteilen für die Wasserwirtschaft hat sich das Unternehmen zum ganzheitlichen Anbieter von innovativen Lösungen gewandelt – elektronisch auslesbare Wasserzähler inklusive. Der diesjährige DCA-Gewinner beweist: Gute Ideen machen ein Unternehmen zukunftsfähig und fit für die Digitalisierung.


Doch was, wenn eine digitale Idee so vielversprechend ist, dass sie vielleicht als eigenständiges Geschäftsmodell Erfolg haben kann? Manchmal lautet die beste Antwort: als Unternehmen im Unternehmen ausgründen. Solche sogenannten Corporate Start-ups können neue Ideen losgelöst von der mitunter starren Unternehmens-Hierarchie und -Bürokratie agiler vorantreiben. Zugleich profitieren sie von Ressourcen, die einem normalen Start-up häufig fehlen: „Ein Corporate Start-up bekommt Rückenwind von der Mutter, beispielweise durch die IT, die Buchhaltung oder die Rechtsabteilung“, sagt Julia Everbeck, Projektmanagerin bei Startup Landschaft. Die junge Consulting-Firma aus Bielefeld begleitet Unternehmen auf der Reise in ihre digitale Zukunft und berät sie auch zu Fragen der Ausgründung.

Julia Everbeck von Startup Landschaft. PR

Voraussetzung für den Erfolg sei die Unterstützung von ganz oben. „Entscheider müssen bereit sein, Mitarbeiter, die ausgründen wollen, von ihrer täglichen Arbeit freizustellen. Es ergibt wenig Sinn, eine Idee, von der das Unternehmen und das Start-up profitieren würden, komplett in fremde Hände zu geben“, sagt Everbeck. Die Innovation sitzt oftmals schon längst im eigenen Unternehmen. Die „jungen Wilden“ müssten gefördert werden und etwa mittels spezieller Projekte die Möglichkeit bekommen, sich zu entwickeln, rät die Beraterin. Damit alle von diesem Prozess profitieren, sollte man das Scheitern ebenfalls mit einplanen. „Eine anständige Validierung gehört zu jeder Gründung“, sagt Everbeck. „Wenn man erkennt, dass es nicht klappt, muss man es gut sein lassen und einen anderen Weg verfolgen.“ Die Erkenntnis solle man nicht als Misserfolg bewerten, sondern als Erfahrung, was eben nicht funktioniert.


Generell braucht es nach Everbecks Ansicht ein frisches Mindset – ob man ein bestehendes Unternehmen nun digitalisieren oder ein Corporate Start-up aufbauen will. Der Kulturwandel beginne im Kopf der Chefs, betont sie. Dazu gehöre auch der Abschied vom Denken in Schubladen. „Man muss nicht alles selbst machen. Mein Rat: Netzwerken, netzwerken und nochmals netzwerken. Auch ruhig mal mit dem Mitbewerber sprechen, vielleicht ergeben sich Synergie-Effekte. Man muss nicht mehr in Konkurrenz denken, sondern in Kooperation.“

St. Augustinus Gruppe: Sichere Kommunikation über Messenger-App