Coronahilfen Gastgewerbe

Krisengeplagtes Gastgewerbe braucht Unterstützung: Mit der Digital X "kehrt das Kölsche Lebensgefühl zurück"

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Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft hat sich deutlich verbessert. Der ifo Geschäftsklimaindex ist im Juni auf 101,8 Punkte gestiegen, nach 99,2 Punkten im Mai. Die Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage erheblich besser. Auch der Optimismus mit Blick auf das zweite Halbjahr nahm zu. „Die deutsche Wirtschaft schüttelt die Coronakrise ab“, so die Analysten des ifo-Instituts in München. Im Verarbeitenden Gewerbe erreichte der Index gar den höchsten Wert seit April 2018. Auch im Dienstleistungssektor machte der Geschäftsklimaindex einen deutlichen Sprung nach oben. Die Indikatoren zu Lage und Erwartungen legten merklich zu. Vor allem die Logistikbranche und die IT-Dienstleister berichteten von sehr gut laufenden Geschäften. Die Dienstleister rechnen mit markant steigenden Umsätzen, auch im krisengeplagten Gastgewerbe. Dennoch bleibt hier die Lage trotz der stufenweisen Öffnungen der Betriebe angespannt. 

Im Juni verzeichneten die Hotels und Restaurants Umsatzeinbußen von 35,7 Prozent im Vergleich zum Juni 2019. Das geht aus einer Branchenumfrage hervor, die der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) in Berlin vorstellte. „Kaum eine Branche war von den massiven Corona-Einschränkungen so hart betroffen wie das Gastgewerbe“, so DEHOGA-Präsident Guido Zöllick. Die Betriebe würden sich nur sehr langsam erholen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den einzelnen Betriebstypen. In den Beherbergungsbetrieben sanken die Umsätze um 36,7 Prozent. In der Gastronomie weisen mit 29,8 Prozent die speisen geprägten Betriebe wie Restaurants, Imbisse und Eisdielen die geringsten Umsatzverluste auf. In der getränkegeprägten Gastronomie betragen die Einbußen 41,9 Prozent. Am stärksten unter den Corona-Folgen leiden das Eventcatering mit 72,9 Prozent sowie die Clubs und Diskotheken mit 88,8 Prozent.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass sich relevante Teile der Branche mit immer noch hohen zweistelligen Verlusten im Existenzkampf befinden“, sagt Zöllick. Es stehe zu befürchten, dass diese Betriebe auch im dritten und vierten Quartal mit erheblichen Umsatzverlusten konfrontiert seien. „Deshalb begrüßen wir einmal mehr die aktuelle Ankündigung von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier, sich für die Verlängerung der Überbrückungshilfe III einzusetzen.“ 

Mit den Krisenfolgen wird die Branche noch lange zu ringen haben. So rechnen die Unternehmer damit, dass erst in zwölf Monaten wieder Normalbetrieb wie vor der Krise herrsche. Zu den finanziell größten Herausforderungen zählen aktuell die Rückzahlung von Hausbank- und KfW-Krediten, die möglicherweise drohende Rückzahlung von Soforthilfen sowie fällige Zahlungen gestundeter Mieten und Pachten, von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen. 

Mit Blick auf die gewaltigen Herausforderungen appelliert Zöllick an die Politik: „Von ganz zentraler Bedeutung ist es jetzt, dass die politisch Verantwortlichen im Bund und in den Ländern dafür Sorge tragen, dass unsere Betriebe dauerhaft geöffnet bleiben. Mehr denn je benötigt die Branche verlässliche Zukunftsperspektiven.“ Darüber hinaus dürfe bei den Impfungen nicht nachgelassen werden. „Mit einer hohen Impfquote wird die beste Voraussetzung dafür geschaffen, einen erneuten Lockdown zu verhindern“, so Zöllick. Deswegen gelte es, noch mehr Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit zu leisten.

Mehr Berechenbarkeit wünscht sich auch Julian Cetinbas, geschäftsführender Gesellschafter von littleNONNA in Köln. “Es ist schwierig, die Lage richtig einschätzen zu können bei den sich ständig ändernden Regeln und Richtlinien. Unsere Konzepte gegen die Pandemie funktionieren sehr gut. Wir tun alles dafür, dass wir nicht noch einmal schließen müssen - etwa im Herbst oder Winter. Von der digitalen Kontaktnachverfolgung bis zu Virenfiltern.” Eins sei klar: “Den verloren gegangenen Umsatz der vergangenen Monate holt man nicht auf im Vergleich zu anderen Branchen, wo große Investitionen nur zurückgestellt werden. Es gibt keine Nachholeffekte in der Gastronomie”, erläutert Cetinbas. Die Anzahl der Plätze sei limitiert und durch die Vorsorgemaßnahmen gegen Corona weiter reduziert worden: Bauliche Trennungen, Einhaltung der Abstände und dergleichen mehr. Was ihn hoffnungsvoll macht, sei die Aufbruchstimmung bei den Menschen, die die Restaurants wieder besuchen. Deshalb begrüßt er auch das diesjährige Konzept der Digital X am 7. und 8. September, wo die gesamte Domstadt für 48 Stunden in eine große Bühne verwandelt wird. “Das hat Festival-Charakter und passt gut zu Köln. Es ist einfach schön, dass bei uns wieder Events stattfinden. Das zeichnet unsere Metropole auch aus, vom Christopher-Street-Day bis zum Karneval: Das Kölsche Lebensgefühl kehrt zurück”, resümiert der Chef von littleNONNA. 

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