Digitale Bildung

Berufen statt zertifiziert

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Innovationen werden heute sehr selten von einzelnen Genies entwickelt, sondern sind vielmehr ein Produkt unserer Fähigkeit, Wissen zu aktivieren, zu teilen und zusammenzuführen. „Genau dieses Zusammenführen unterschiedlicher Talente wird entscheidend sein für das gesellschaftliche Wohlbefinden. Darauf vorzubereiten, wäre die zentrale Aufgabe der Schule, aber auch aller nachfolgenden Bildungseinrichtungen. Diese Einsicht setzt sich langsam auch in den Personalabteilungen durch. Statt standardisierte Weiterbildungen für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereitzuhalten, kommt der Personalentwicklung im 21. Jahrhundert die Aufgabe zu, individuelle Weiterentwicklungen zu ermöglichen“, schreibt Anja C. Wagner in ihrem Opus „Berufen statt zertifiziert - Neues Lernen, neue Chancen“. 

Zertifikate, Zeugnisse oder sonstige Lebenslauf-Belege sind da wenig aussagekräftig. Schachteldenken oder formelle Einstufungen gehen ins Leere. Personalabteilungen werden stärker kontextuell und ko-kreativ arbeiten, um einen größeren Nutzen für das Unternehmen oder die Institution leisten zu können. „Die ganze Idee mit Anstellen und dann Einstellen ist der Kern der Hierarchie. Der oder die Richtige soll für einen genau definierten Job gefunden werden. Im Netzwerk läuft das anders“, weiß Professor Martin Kornberger. Wann werde dort jemand mit seinem Wissen relevant? Das sei abhängig von der Resonanz, vom Kontext und nicht vom Organigramm. 

„Die individualisierte Personalauswahl in Unternehmen tut sich damit schwer. Auf Plattformen ist diese Frage ausgelagert. Die behandeln das sehr viel flüssiger und dynamischer“, resümiert Kornberger.

Neue Wege im Personalmanagement sind vonnöten unter Verzicht auf Noten, Quoten und Lebensläufe. Wie das gelingen kann, erörtern wir mit Anja C. Wagner am Donnerstag, den 15. Juli, um 12 Uhr

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