Digitale Tracking-Lösung für einfache Stellplatzverwaltung

Dethleffs: digitale Stellplatzverwaltung nach Maß

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Das Geschäft mit Campern boomt. Um die Produktion effizienter zu machen, entwickelt der Wohnmobil-Hersteller Dethleffs eine digitale Stellplatzverwaltung.

Das erste „Wohnauto“ Deutschlands konstruierte Arist Dethleffs 1931 in einer Garage. Heute produziert das weltweit agierende Unternehmen seine Wohnwagen und Reisemobile an modernen Fertigungsstraßen am Hauptsitz in Isny im Allgäu. Das Werksgelände umfasst mittlerweile eine Fläche von 280.000 m2 – also etwa die Fläche von vierzig Fußballfeldern. Dort finden sich neben den Produktionshallen auch Stellplätze für bis zu 4.000 Chassis bzw. aufgebaute Fahrzeuge. Diese werden im Rahmen des Produktionsprozesses bis zu 15 Mal auf dem Firmengelände bewegt.

Um das richtige Wohnmobil oder Caravan auf der Stellfläche zu finden, nutzte Dethleffs bisher nicht internetfähige Handscanner zur Erfassung der Fahrzeuge. Das funktionierte nur, weil erfahrene Mitarbeiter den ungefähren Standort einzelner Fahrzeuge kannten. Dank zahlreicher Papierlisten wussten sie, in welcher der mehrere hundert Meter langen Reihen sie suchen mussten. Einmal gefunden, erfassten die Mitarbeiter das Fahrzeug per Scanner und übertrugen die Daten per USB-Anschluss auf den Rechner. Die Fahrzeugsuche war ein zeitintensives und teures Unterfangen. Denn nicht nur die Suche hielt die Mitarbeiter auf. Im Extremfall kam es zu Produktionsverzögerung oder bei Inventuren sogar zu Produktionsstopps, da die Fahrzeuge nicht rechtzeitig gefunden wurden. Das verursachte dem Betrieb zusätzliche Kosten.


Eine Tracking-Lösung macht Caravans und Wohnmobile auffindbar

Auf der Suche nach einer digitalen Tracking-Lösung für das Stellplatz-Management sprach der Hersteller mit der Telekom. Gemeinsam fanden sie das passende Produkt: den AYE-TRACKER der SYFIT GmbH, der speziell auf die Anforderungen des Traditionsunternehmens zugeschnitten wurde. Dafür programmierte das Startup SYFIT zusammen mit der Telekom eine App und stellt das Backend bereit.

Die wichtigsten Anforderungen an die App: Eine genaue Positionsbestimmung der Caravans und Wohnmobile und ein einfacher Arbeitsablauf für Fahrer – alles möglichst ohne großen Kostenaufwand.

Seit September 2019 lassen sich die Stellplätze der Fahrzeuge über die App und auch über ein webbasiertes Verwaltungsportal positionsgenau lokalisieren.    

Hohe Investitionen in Tracker oder Beacons, also kleine Bluetooth-Sender, braucht es dafür nicht: Stellt der Fahrer ein Fahrzeug ab, scannt er den Barcode auf dem Begleitschein und quittiert Fahrzeug und Position per mobilen Handscanner. Die GPS-Koordinaten des Scanners werden automatisch an das Backend übermittelt, die Position des Caravans oder Wohnmobils lässt sich präzise bestimmen und wird im System hinterlegt. Ganz gleich ob auf dem Monitor oder Display, Stellplatzmanager und Fahrer sehen dank der App jederzeit, wo sich die Fahrzeuge befinden.

Das Unternehmen reduziert damit den Aufwand bei der Fahrzeugsuche enorm. Denn das System zeigt auf Knopfdruck den gesamten Bestand der Reisemobile auf dem Stellplatz – und zwar mit allen Informationen, die die Buchhaltung bei einer Wirtschaftsprüfung benötigt. 


Skalierbare Lösung für weitere Werke

Für Dethleffs eine kostengünstige und maßgeschneiderte Lösung. Für den Stellplatzverwalter und die Fahrer eine echte Arbeitserleichterung. Nun liefert sein Team die Fahrzeuge so planbar ans Band, dass eine Just-in-time-Produktion möglich ist.

Werk und Stellplatz in Isny sind erst der Anfang. In Zukunft soll die Lösung an weiteren Werken der Erwin-Hymer-Group, zu der Dethleffs gehört, ausgerollt werden. Hier ist der Einsatz von Trackern und Beacons geplant. Außerdem hat Dethleffs vor, weitere Prozesse im Bereich Produktion und Logistik zu digitalisieren – um Auslieferungszeiten signifikant zu reduzieren und Kosten weiter zu senken. Um derartige Szenarien künftig mit neuen Services rund um Produktion, Lagerung und Logistik auch auf reiner Mobilfunkbasis abbilden zu können, baut die Telekom derzeit ihr 5G-Netz flächendeckend aus. Damit können in Zukunft sehr viel mehr Geräte innerhalb einer Funkzelle ohne Ausfälle miteinander kommunizieren, je nach Anwendung nahezu latenzfrei und besonders stromsparend.

DEUTSCHE TELEKOM UND Dethleffs GmbH & Co. KG

Die Aufgabe: Dethleffs nutzte für das Stellplatzmanagement technologisch veraltete Handscanner und Papierlisten. Die Suche nach dem richtigen Freizeitfahrzeug gestaltete sich für Mitarbeiter oft sehr zeitintensiv. Nicht selten kam es zu Verzögerungen, da Fahrzeuge nicht pünktlich für den nächsten Produktionsschritt bereitstanden.

Die Lösung: Mit einer App-basierten Lösung der SYFIT GmbH, einem Joint Venture der Deutschen Telekom, werden die GPS-Positionen des Handscanners ermittelt, sobald Mitarbeiter die Barcodes am Fahrzeug scannen. Die Daten werden mobil an das Backend übertragen und sind jederzeit über mobile Endgeräte und im Browser abrufbar. 

Die Vorteile: Langes Suchen auf der großen Freifläche gehört ebenso der Vergangenheit an wie Verzögerungen in der Produktion. Fahrer können die Fahrzeuge schnell und sicher lokalisieren. Zusätzlich kann eine wirtschaftsprüferkonforme Inventur per Knopfdruck erfolgen. Das spart Arbeitsaufwände und senkt Kosten.

Asset Tracking leicht gemacht mit dem AYE-TRACKER

·      Genaue Standortbestimmung von Produkten und Fahrzeugen

·      Erfassung relevanter Daten wie Zeitpunkt und Produktzustand

·      Einfache Überprüfung von Arbeits- und Betriebsmitteln

·      Die Daten sind jederzeit und überall über das Internet abrufbar

·      Individuell an spezifische Kundenanforderungen anpassbar

5G: Eine neue Generation im Mobilfunk

Im Laufe des Jahres wird das 5G-Netz für Kunden in Deutschland verfügbar sein und die mobile Datenübertragung dank höherer Bandbreiten optimieren. Dabei geht es weniger um einen neuen Mobilfunk- als vielmehr um einen Kommunikationsstandard.

Mit 5G begegnen Netzbetreiber nicht nur den Anforderungen des stetig wachsenden weltweiten Datenverkehrs, sondern schaffen auch die Grundlagen für neue Anwendungen und Geschäftsmodelle – etwa das Internet der Dinge oder Augmented Reality.

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