Taiwans digitale Reife: Open Source fördert digitalen Fortschritt

Personen im Video

  • Gunnar Sohn
  • Sascha Pallenberg

Taiwan als Vorbild für gelungene Digitalpolitik

Während im Januar 2020 Wuhan hier erst vereinzelt in den Medien auftauchte, war Taiwan vorbereitet. Das Land setzte dabei auf Erfahrungen vorangegangener Pandemien, aber auch auf reife digitale Prozesse, die den Einzelnen in das Geschehen miteinbezogen – Vorbild auch für Deutschland?

In Taiwan drängen sich namhafte Tech-Firmen dicht an dicht. Der Anteil der Bevölkerung, der im IT-Bereich arbeitet, ist hoch. Deshalb verwundert Taiwans digitale Reife nicht; hier gibt es auch keine Probleme mit Homeoffice. Es gab keinen echten Lockdown, denn das Land hatte rechtzeitig reagiert und sich bereits im März 2020 völlig abgeschottet. So konnten Hotspots vermieden und Ansteckungswege gut nachvollzogen werden. Mit Erfolg, wie Tech-Blogger Sascha Pallenberg berichtet, der schon lange dort lebt: „Es gab nur etwa zehn Tote, derzeit sind etwa 80 Menschen krank.“

Taiwan ist sehr geschickt darin, seine digitalen Ressourcen zu nutzen und gemeinsam sehr schnell zu Ergebnissen zu kommen – und diese auch umzusetzen. So sah sich das Land bei der letzten Wahl einem Ansturm von Fake News gegenüber, die Abläufe stören und Sand ins Getriebe streuen sollten. Innerhalb von wenigen Tagen wurden Meldestrukturen geschaffen, und Graphiker, Designer und Künstler verwandelten Fake News mit Fakten und smarter Cuteness in Memes, die sich der Flut erfolgreich entgegenstellen konnten.

Der Kopf dahinter ist Digitalministerin Audrey Tang, die selbst aus der Hacker- und Open-Source-Community kommt und 2012 die freie Bürgerbeteiligungsplattform g0v.tw mitbegründete. Wie auch in Deutschland eine neue kompetente und digitalaffine Generation heranwachsen könnte, skizziert Sascha Pallenberg im Gespräch mit Gunnar Sohn.

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